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Neuartiger Mistelextrakt mit Betulinen

Für die Krebstherapie geeignet?

Ein neuartiger Triterpenhaltiger Mistelextrakt beweist in verschiedenen Krebs-Zellmodellen ein hohes antitumorales Potential. Gleich zwei Forschergruppen publizierten jüngst entsprechende Ergebnisse:
demnach hemmt der Mistelextrakt, der eine hohe Oleanolsäurekonzentration aufweist, das Wachstum von Maus - Melanomzellen  und wirkt ebenso bei akuter lymphoblastischer Leukämie in vitro und in vivo cytotoxisch. Der Effekt beruht offenbar auf dem Anstoßen der sogenannten Apoptose (gesteuerter Zelltod), die eine wichtige Funktion bei der Eliminierung entarteter Zellen hat.

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Erstes Betulin Symposium PDF

Betuline bekommen Bedeutung
1. Symposium  des Betulin-Instituts, 06.Februar 2010 in Pforzheim

Unter dem Aspekt  "Betuline für die Haut" fand in Pforzheim das erste Betulin-Symposium statt. Renommierte Wissenschaftler der unterschiedlichsten Fachrichtungen lieferten einen eindrucksvollen Überblick zum Stand der aktuellen Forschung. Dabei wurde ein weiter Bogen gespannt von den bekannten Wirkungen und Anwendungsgebieten der Betuline bis hin zu hoffnungsvollen Therapieansätzen für die Zukunft. Hier haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Einen Überblick über das Symposium bietet Ihnen unser kleiner Film zum Symposium.

redner betulin-symposium

Redner des 1. Betulin-Symposiums, sowie Beiräte und Vorstand des Betulin-Instituts


Betuline besitzen ein breites pharmakologisches Wirkspektrum, welches allerdings bislang in weiten Teilen noch ungenutzt ist. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Forschungsnetzwerk "Betuline" konnten in den letzten Jahren erstaunliche Erkenntnisse erlangt  werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf der Klärung von Wirkmechanismen im Bereich der Haut. In drei Teilen wurden auf dem Symposium in Pforzheim Ergebnisse sowie derzeitige Forschungsvorhaben rund um die Betuline präsentiert.

Betuline wirken
Betuline fördern die Regeneration der Oberhaut (Epidermis), die als natürliche Schutzschicht fungiert. In der klinischen Anwendung konnte bei Hauterkrankungen mit gestörter Barrierefunktion dieser regenerierende Effekt beobachtet werden. In Zellkulturen und Hautmodellen wurde nachgewiesen, daß Betuline die Ausreifung der Oberhautzellen (terminale Differenzierung) fördern. Diese Wirkung wird durch die verstärkte Bereitstellung von Calcium für die Zellen der Oberhaut vermittelt.
Prof.Dr. Christoph Schempp/ Dr. Ute Wölfle, Universitäts-Hautklinik Freiburg

Mit dem Ziel die entzündungshemmende Wirkung und den wundheilungsfördernden Effekt der Betuline zu untersuchen und gleichzeitig neue galenische Formen zu entwickeln, die den Bedürfnissen beanspruchter Haut angepasst sind, wurde zu Beginn des Jahres 2010 ein Kooperationsprojekt der Universitäten Tübingen und Freiburg sowie dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und der Birken GmbH einem mittelständischem Unternehemen gestartet. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft im Rahmen des Förderprogramms zentrale Innovationsförderung für den Mittelstand unterstützt. mehr Information Prof.Dr.Irmgard Merfort, Universität Freiburg

Aufgrund ihrer differenzierungsfördernden und anti-entzündlichen Eigenschaften sind die Betuline auch in den Fokus der Krebsforschung gerückt. Im Carl Gustav Carus-Institut, Niefern-Öschelbronn, konnte ein neuartiger Mistelgesamtextrakt mit misteleigenen Betulinen hergestellt werden. In bisherigen Mistelpräparaten fehlte diese Stoffgruppe. Der Mistelgesamtextrak mit Betulinen zeigte in Zellversuchen ein höheres antitumorales Potential auf verschiedene Hautkrebszellen als ein wässriger Mistelextrakt ohne Betuline. Erste Versuche im Tiermodell bestätigen dies. Weitere Untersuchungen zur Dosisfindung sowie zum Einfluss auf das Immunsystem werden derzeit durchgeführt.
Christian Strüh / Prof. Dr. Stefan Martin, Universitäts-Hautklinik Freiburg

Betulsionen schützen
Multifunktionale Aktivstoffe wie Betulin erlauben innovative Formulierungskonzepte: Wasser, Öl und Betulin bilden eine mikrobiologisch und physikalisch stabile Emulsion, die gleichzeitig kosmetisch akzeptabel und wirksam hautpflegend ist.   mehr Information
Prof. Dr. Rolf Daniels / Universität Tübingen

Die regenerative Wirkung der Betulsion konnte in Studien mit freiwilligen Probanden nachgewiesen werden. So steigerte die Behandlung mit Betulsion die Hautfeuchtigkeit nach einer experimentell hervorgerufenen Barrierestörung und zeigte Hinweise auf ein antientzündliches Potential sowie Schutz gegen waschaktive Substanzen. mehr Information
Prof. Dr. Wolfgang Gehring, Hautklinik Karlsruhe

Chronischer Juckreiz  bei entzündeter (z. B. Neurodermitis), geschädigter Haut bedeutet für viele Patienten eine erhebliche Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität.  In einer offenen Anwendungsbeobachtung bei Patienten mit entzündlicher Haut wurde die Juckreizintensität durch die Behandlung mit einer Betulin-haltigen Creme signifikant reduziert. mehr Information
Dr. Ngoc Quan Phan, Universitäts-Hautklinik Münster

Betuline finden sich besonders häufig in Nahrungsmitteln der mediterranen Ernährung wie Oliven, Rosmarin und anderen Gewürzen der Lippenblütlerfamilie: die mediterrane Kost ist damit reich an Betulinen, woraus sich die Frage ableiten lässt, ob die Betuline zur gesunden Wirkung der mediterranen Ernährung beitragen. mehr Information
Dr. Sebastian Jäger, Carl Gustav Carus-Institut, Niefern-Öschelbronn

Betuline schließen Wunden
In einem ex vivo Wundheilungsmodell an Schweineohren wurde gezeigt, daß  Betulin- Oleogel  einen signifikant positiven Effekt auf den Wundheilungsfortschritt hat. Weitere Untersuchungen konzentrieren sich nunmehr auf die Wirkung hinsichtlich der Differenzierung von Hautzellen und Wiederherstellung der Barrierefunktion der Haut. 
PD Dr. Johanna Brandner, Universitäts-Klinikum-Eppendorf Hamburg

Erstaunliche Erfolge konnte auch bei Patienten mit einer schweren erblich bedingten, blasenbildenden Hauterkrankung (Epidermolysis bullosa) erzielt werden. Diese Einzelfallbeobachtungen, bei denen Betulin-Oleogel  zu einer schnelleren Wundheilung bei chronischen, bisher nicht behandelbaren Wunden führte, geben Anlass zu weiteren systematischen Untersuchungen.
Prof. Dr. Hauke Schumann, Universitäts-Hautklinik Freiburg

Die wundheilende Wirkung einer Betulincreme wurde an 50 Freiwilligen mit kleinen Laserwunden am Unterarm demonstriert. Im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle bzw. Folienverband zeigte sie eine eindrucksvolle Überlegenheit. Ebenso konnten Spalthautwunden erfolgreich behandelt werden. mehr Information
Prof. Dr. Dr. Hans-Robert Metelmann, Universität Greifswald

Betuline besitzen ein großes Potential im Bereich der Wundheilung. Die bisher gewonnenen Erkenntnisse, sowie weitere systematische, interdisziplinäre Forschung sollten die Entwicklung in Richtung eines Arzneimittels vorantreiben. Das erste Betulin-Symposium erwies sich hierbei als wichtiger, wegweisender Schritt.